Gemeindedienst der Stadtkirche im Landwirtschaftlichen Museum.

Unterwegs im Landwirtschaftlichen Museum waren die Frauen und Männer vom Gemeindedienst, die dafür sorgen, dass regelmäßig der Turmhahn in den Briefkästen der Gemeindeglieder liegt. Der Halbtagesausflug nach Hohenheim unter der Leitung von Bettina Häberle brachte interessante Einblicke in die Geschichte der Landwirtschaft in der Region. Vor allem aber bot der Nachmittag und der Abend im gemütlichen Schwäbischen Lokal die Gelegenheit miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Gemeindedienst versteht sich als Bindeglied zwischen Gemeindebüro, Gemeindepfarrer und Gemeindeglieder in den Wohnvierteln. Die nächste Gelegenheit, gemütlich miteinander zu feiern, besteht am 7. Dezember bei der Adventfeier des Gemeindedienstes.

 

Unter Gottes weitem Himmel. Gottesdienst im Grünen.

Die Wolken am Himmel waren gern gesehene Gäste auf den Hummelwiesen bei Altburg. Denn beim Gottesdienst im Grünen im frühen Herbst ging es auch um die Schönheit dieser Himmelsgebilde, die  Hermann Hesse so vielfältig inspirierten. Und solange sie nicht ihre Last ausregneten, waren die Wolken wohlgelitten bei den 70 Mitfeiernden und den Bläserinnen und Bläsern des Posaunenchors. Es gab reichlich Grillgut, Kaffee, Süßes und Getränke, so dass es sich die Gottesdienstgemeinde rund ums lodernde Lagerfeuer gut gehen lassen konnte. Man kam ins Gespräch miteinander und erlebte sich mal wieder als feiernde Gemeinde. Schön war’s, und klar ist, dass es das im kommenden Jahr auch wieder geben soll.

 

„Selten so gebetet“ – ein ungewöhnliches Wochenende mit dem Kirchengemeinderat.

Es sollte ein Wochenende werden, bei dem die Mitglieder im Kirchengemeinderat etwas für ihr eigenes Glaubensleben gewinnen konnten. Also keine Strategien für die Stadtkirchengemeinde. Keine Leitbilderstellung. Kein Planen. Sondern – Beten.

 

Keine Sorge! Im Kirchengemeinderat ist nicht die große Innerlichkeit ausgebrochen. Und doch ließen sich alle auf dieses sehr persönliche Thema ein.  So hatte man im Gästehaus des Wörnersberger Anker in Edelweiler Zeit und Gelegenheit, eingebettet in den Rhythmus der Tagzeitengebeten, sich auszutauschen über eigene Gebetserfahrungen. Neben theologischen Gesprächsrunden und Impulsen erlebte die Gruppe bei einer liturgischen Feier im Labyrinth, wie das Gebet ein Weg zur Mitte des Lebens sein kann. Ein für manchen aufwühlender Versuch, das Gebet einmal anders zu erleben.

 

Am Beispiel des 95. Psalms machten die Kirchengemeinderäte Erfahrungen mit für uns fremden Gebetshaltungen und Gesten.  Beten kann auch ganz anders gehen, als immer nur die Hände falten. Es gab Infos zum Herzensgebet der Orthodoxie, und beim Gespräch übers Fürbittengebet wurde nachgedacht über einen Satz des Meisters Eckehart: 

 

„Behandle Gott nicht wie eine Kuh, die man sich hält, um Milch und Sahne und Butter und Käse zu haben. Behandle Gott nicht wie einen, der dir was du haben willst und brauchst, geben und erfüllen soll. Bete nicht um dies und das, sondern bete um Gott.“

 

Wahnsinn! Taumeln, Tränen, Angst, Verzweiflung. So kann Musik sein!

Das Verdi-Requiem: Mitreißende Musik in der voll besetzten Stadtkirche.

Jeder, der noch eine der wenigen Restkarten ergatterte, konnte sich glücklich schätzen. Und spätestens nach dem „Dies Irae“ war das Anstehen an der Abendkasse vergessen.

 

Stadtkirchenkantor Martin Hagner und seine vereinigten Chöre (Kantorei, Kantatenchor, Chor der Stadtkirche) verwandelten die Zuhörenden in Beteiligte und rissen sie in einen Strudel der Gefühle. Keine einzige der 85 Minuten wurde lang.

Zusammen mit den Tübinger Instrumentalisten von „Camerata viva“ gelang es Hagner einen unglaublichen Spannungsbogen zu erzeugen, dem sich die 500 Zuhörenden nicht entziehen konnten. Schon das eröffnende „Requiem dona eis / Gib ihnen ewige Ruhe“ des Chores schien in seiner gedämpften stillen Zurückhaltung dennoch bereits die ganze Wucht in sich zu tragen, mit der sich dann die Angst und das Grauen des Menschen vor Tod und Verlorenheit Bahn brechen sollte.

Wie ein brodelnder Vulkan seine Lava hinausschleudert, so explodierte das "Dies Irae" mit Pauken und Trompeten. Und dann – so erzählte die Musik Verdis lautmalerisch – dann wird die Zeit stehen bleiben.

Ein beklemmender Moment, unglaublich gut musiziert, vielleicht die dichteste Sequenz des Abend: Alles ist aus. Stille. Das große Atemholen vor dem Gericht. Jetzt muss sich jeder für sein Leben rechtfertigen. Selbst die Sekunden werden langsamer und bleiben stehen angesichts der Größe des Moments. „Mors stupebit“, selbst der Tod erstarrt.

 

Spätestens jetzt war das Publikum gefesselt und spürte: „Hier geht es auch um mich.“

Das mächtige Orchester fetzte fast atemlos machend die menschliche Gier nach Erlösung in Ohr und Hirn. Der hundertköpfige Chor stammelte, schrie, flüsterte, deklamierte unaussprechliche Gefühle und Gebete. Und die phantastisch agierenden Solisten ergriffen mit Wahnsinnsstimmen voller Macht, Ausdruck und Schönheit.

Das menschliche Leben wurde ausgelotet von tiefsten Tiefen, die Michail Nikiforov eindrucksvoll durchschritt, bis zu schwindelnden Höhen, die die Soprane erklimmen mussten, so hoch, wie es überhaupt geht, wenn einen der hoch erhabene Gott zu sich „hinauf“ zieht.

Sequenzen von fast unwirklicher tänzelnder Schönheit (Lux aeterna lucet / Das ewige Licht leuchte ihnen) werden durchbrochen von martialischem „Todeskampf“ – dem Kampf zwischen Leben und Tod.

 

Dazwischen der Mensch, der am Ende atemlos, innig, voller Hoffnung die beiden letzten Worte des Abends und des Lebens haucht, das was alle bewegt zu allen Zeiten: „Libera me / Rette mich!“

 

Was bleibt? Manche Träne. Ergriffene Atemlosigkeit. Raunen. Beifallssturm. Bravissimo! Danke Martin Hagner! Danke allen Musizierenden! Und: Was für tolle Aussichten auf die kommenden Projekte der Kirchenmusik an der Calwer Stadtkirche!

 

Dieter Raschko

Bilderseite hier!

Die Vikarin an der Calwer Stadtkirche stellt sich vor.

Liebe Calwerinnen und Calwer!

Nun geht’s endlich los! Nach sechs Jahren theoretischem Theologiestudium beginnt für mich der praktische Teil meiner Ausbildung und ich darf endlich – Schritt für Schritt und in vielfältiger Begleitung – in die Praxis des Pfarramts eintauchen.

Schon sehr lange schwebte mir dieses Berufsziel vor. An diesem Wunsch ist wohl nicht ganz unschuldig, dass ich selbst in einem Pfarrhaus aufgewachsen bin, aber auch mein Engagement in der evangelischen Jugendarbeit bestärkte mich in dieser Richtung. Nach dem Abitur in Freudenstadt zog es mich erst einmal in die „große weite Welt“, und so arbeitete ich für ein halbes Jahr in einem Frauenhaus in Südindien mit – eine sehr eindrückliche und bereichernde Erfahrung. Im Theologiestudium in Tübingen und Zürich lernte ich dann meine Vorstellungen und Fragen zu Gott und der Welt neu zu stellen, zu überdenken und zu formulieren. Ich entdeckte dabei für mich besonders die Religionspädagogik, aber auch die große Breite des Studiums faszinierte mich.

Und nun freue ich mich sehr, dass ich bei Ihnen in der Stadtkirchengemeinde in Calw meine Ausbildung im praktischen Bereich fortsetzen darf. Vielen Dank, dass Sie als Gemeinde meine Ausbildung übernehmen! Ich hoffe, bei Ihnen viel zu lernen, mich aber auch mit meinen Ideen und Erfahrungen einbringen zu können. Bitte sehen Sie mir dabei anfängliche Unsicherheiten nach und unterstützen meine Ausbildung mit offener und vielfältiger Rückmeldung.

Nach Calw komme ich nicht alleine, sondern werde begleitet und unterstützt von meiner Familie. Auch unsere beiden Töchter Matthea (3 J.) und Paula (10 Mon.) und mein Mann David Gaiser, der neben seiner Tätigkeit als Steuerberater während der 2 ½ Jahre Vikariat hauptsächlich die Familienarbeit übernehmen wird, hoffen schnell hier in Stadt und Kirchengemeinde heimisch zu werden.

Ich freue mich auf viele Begegnungen mit Ihnen und hoffe, dass wir ein Stück unseres Lebens- und Glaubensweges miteinander teilen können.

Herzenssachen. Ein heiteres Fest mit nachdenklichen Momenten führt viele Menschen auf dem Calwer Marktplatz zusammen.

Was treibt uns um?

„Herzenssachen“ standen beim diesjährigen Kirchenbezirksfest in Calw im Mittelpunkt. So spannte sich der Bogen von der rein medizinischen Betrachtung des Herzens als „Pumpe“ bis hin zur biblischen Aussage „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz an“. Beeindruckend war die Fülle der Aussagen über Herzenssachen aus verschiedenen Sichtweisen. Menschen aus verschieden Berufswelten und Lebenssituationen stellten sich der Frage: Was treibt uns um? Woran hängt unser Herz? Was macht uns verletzlich? Wo sitzen eigentlich unsere Gefühle?

 

Leben ist kein Spaziergang

Für Rundfunkpfarrerin Lucie Panzer war im Festgottesdienst in der vollbesetzten Stadtkirche wichtig, dass die Finsternisse keine Chance haben, unser Leben anhaltend zu verdunkeln. Leben sei nicht bloß ein Spaziergang „on the sunny side of the street”. „Aber Gott selbst entzündet immer wieder ein Licht in unserem Herzen.“ Und das, so die beliebte Predigerin aus Tübingen, „verändert Dich und Dein Verhalten“.

 

Prominente Talkgäste

Gespannt waren die Festgäste anschließend auf die Statements der prominenten Talkgäste, die sich an das Thema wagten.

OB Ralf Eggert las einen Abschnitt aus Wilhelm Hauffs „Das kalte Herz“ und plädierte für das warme Herz des Glasmännchens.

Die Worte des Landtagsabgeordneten Thomas Blenke und die Ansprachen der Kreistagsabgeordneten Beate Fauser, Rainer Prewo und Johannes Schwarz zeigten, dass die Bürger politisch von Menschen „mit Herz“ vertreten werden. Karl Beck, der Vorsitzende der Bezirkssynode, hielt es mit Udo Lindenbergs Song „Ein Herz kann man nicht reparieren“. Der Hirsauer Arzt Bernhard Römer wies auf die Reaktionen des Herzens bei Stress und sonstigen belastenden Lebensweisen hin und zeigte Möglichkeiten der Vermeidung auf. „Das Wichtigste für ein angeschlagenes Herz ist Bewegung“, resümierte Willi Pfister von der Herzsportgruppe Wildbad.

Die Trauerbegleiterinnen Irene Lebzelter-Drocur und Heidi Zipf sprachen über Trauerbewältigung nach dem Verlust naher Angehöriger und ermutigen dazu „über den Schmerz zu reden“. Etwas Originelles hatte sich die Diakonie ausgedacht. Wer einen passenden aussagekräftigen Spruch zu Papier bringen konnte, wurde im Gegenzug mit einem weisen Aphorismus und einem kleinen praktischen Geschenk bedacht.

Band "Mittendrin"

Mehrere Gruppen hatten Stände auf dem Marktplatz aufgebaut, die allerlei Mitmach-Aktionen anboten. Kurzweilig und kreativ ging es zu am Stand von Felix Hudy und bei den Leuten vom Jugendwerk. Es gab zahlreiche Möglichkeiten, seinem Herzen einen unbeschwerten Nachmittag zu bieten. Dazu trugen auch die flotten musikalischen Beiträge der Pforzheimer »Los Trommlos«, der Ostelsheimer »Band mittendrin« sowie des Bezirksposaunenchors, der Stadtkapelle und der Sängerinnen und Sänger aus dem ganzen Kirchenbezirk bei. Der Humorist »dr' Vetter vom Zwärberg« alias Wolfgang Vetter sorgte mit seinem witzigen Beiträgen immer wieder für fröhliche Lacher.

 

Kreativwettbewerb

Freude gab es für Schüler der Ludwig Haap-Schule, die den gestalterischen Wettbewerb zum Motto des Festes gewonnen hatten. Schuldekan Reinhard Zimmerling zeichnete die originellsten Arbeiten des Kreativwettbewerb aus. So gab es bei diesem gelungenen Fest rund um das Herz fröhliche, aber auch nachdenklich stimmende Momente, die für jeden Besucher Anregungen boten, Acht zu geben auf seine „Herzenssachen“.

Diamantene Konfirmation

Photo: Friedrich Wirth

35 Jubilare feierten am Sonntag vor Pfingsten den sechzigsten Jahrestag ihrer Konfirmation. Über 90 Jugendliche wurden 1952 von Dekan Esche konfirmiert und eingesegnet. Jetzt trafen sich viele von ihnen wieder in der Calwer Stadtkirche, um sich neu des Segens Gottes zu vergewissern. In einem festlichen Gottesdienst erlebten die Jubilare ihre Diamantene Konfirmation als „Rastplatz auf der Lebenswanderung“. Anschließend traf man sich bei Danek zum festlichen Mahl und zum Austausch. Es war spannend zu hören, welche Windungen manche Lebenswege genommen haben.  

Konfirmation mit Scorpions und Bushido

Musik und Texte von Bushido und den Scorpions erklangen beim Konfirmationsgottesdienst in der Calwer Stadtkirche.

 

Neun Jugendliche sprachen in einem festlichen Gottesdienst das „Ja“ zu ihrer Taufe und bekräftigten ihren Willen, den christlichen Glauben im Alltag zu leben. Die guten Wünsche der Kirchengemeinde für die Jugendlichen wurden laut in Songs von Bushido und den Scorpions, die Erfahrungen der Bewahrung besingen: „Seid behütet von guten Mächten!“

Die Predigt stellte biblische Engel-Erfahrungen in den Mittelpunkt des Gottesdienstes und fragte: „Welcher Engel wird dich leiten? Gibt es gute Mächte, die uns umgeben? Und müssen das Männer mit Flügeln sein?“

 

Handgreiflich spürbar wurde die Bewahrung durch „gute Mächte“ bei der Einsegnung der Jugendlichen. Dabei bekamen die Konfirmierten als Geschenk einen Silberanhänger überreicht. Zusammengesetzt ergeben die neun, von einem Calwer Juwelier angefertigten „Silbersplitter“, das Zeichen des Kreuzes.

So wurde sichtbar, was die neun Jugendlichen in der zehnmonatigen Vorbereitungszeit immer wieder spürten und lebten:

"Das Kreuz Christi vereint uns Unterschiedliche zu einer tragfähigen Gemeinschaft.“

Das Konfirmandenkreuz der Stadtkirchenkonfis. Jeder Silbersplitter steht für einen Jugendlichen. Zusammengesetzt ein Zeichen dafür, dass die einzelnen Konfirmanden eins sind in Christus.

Winterliche KonfiFreizeit auf der Alb

Kalt war es auf der Schwäbischen Alb,  wo die Konfirmanden ein bewegendes Wochenende rund um das „Abendmahl“ erlebten. Für das Nachtgeländespiel musste man  sich schon ziemlich warm anziehen. Und das nicht nur wegen des Thrill des Spieles.

 

Außer der Fähigkeit, ein Holzfeuer zu entfachen (einzige Wärmequelle im Haus), lernten die Konfirmanden, wie das Abendmahl den Menschen verändern kann.

 

„Einer muss dran glauben.“ Ein Rollenspiel machte den  Sündenbock-Mechanismus deutlich, mit dem wir unsere Konflikte austragen. Es erwischte Dominik, der sich – nach dem Motto: Einer für alle – opferte und den Schierlingsbecher „genoss“. Manche begannen dabei zu ahnen, was es heißt: „Mein Leib – für euch gegeben“.

 

Dieser zentrale Satz wurde dann laut bei der von den Konfis gestalteten Abendmahlsfeier im kleinen Kreis in Hüttenatmosphäre.

So wuchs Gemeinschaft mit Gott und untereinander.

Eine aufregende Nacht hoch oben neben dem Chorgewölbe der Stadtkirche

Auf Feldbetten in der "Kirchenmäusehöhle"

Eine aufregende Nacht erlebten die zehn Konfi-3-Kinder der Calwer Stadtkirchengemeinde zusammen mit ihrem Pfarrer Dieter Raschko.

 

Im Rahmen einer langen Kirchennacht sollten die Drittklässler, die gerade mit Konfi 3 den ersten Schritt zur Konfirmation tun, Ihre Stadtkirche erkunden. Reichlich mit warmer Kleidung, Decken und Schlafsäcken bepackt wurden sie von ihren Eltern in die Stadtkirche gebracht und machten sich auf den geheimnisvollen Weg über die Wendeltreppe ins Gewölbe der Kirchenmäusehöhle hoch oben neben dem Chorgewölbe der Stadtkirche.

 

Auf spielerische Art und Weise nahmen die Kinder das altehrwürdige Gebäude in Besitz und machten es zur „ihrer“ Kirche. Sie suchten sich ihren Lieblingsplatz in der Kirche, erfühlten alte Inschriften, lauschten einer ganz besonderen Kirchenführung mit viel Bewegung, maßen mit Gasballons die Höhe des Chorraumes aus, horchten auf die Stille des Gotteshauses und rochen die Düfte des alten Gebäudes. Sie wunderten sich über das scharfe Schwert des Apostels Paulus und entdeckten den segnenden Christus im Schalldeckel der Kanzel versteckt.

 

Eine kleine Predigerin versuchte sich auf der Kanzel in der Kunst der Verkündigung und ein Junge stand stolz und bewegt neben dem Taufbecken: „Hier bin ich getauft worden.“ Hungrig ließ man sich vor dem Altar der Kirche nieder zum Mahl mit Brot und Trauben. Und natürlich ging es kurz vor Mitternacht die knarzenden Stufen hinauf auf den Kirchturm. Calw bei Nacht lag den atemlos staunenden Kindern zu Füßen.

 

Es dauerte dann eine Zeitlang, bis die Jungen und Mädchen in der Kirchenmäusehöhle ihre Feldbetten eigenhändig aufgebaut hatten. Eine haarsträubende Gruselgeschichte endete mit dem erlösenden Satz: „Alles nur erfunden!“, was den Kindern ein erleichtertes Seufzen entlockte.

 

Bald wurde geträumt von Fleder- und Kirchenmäusen, verheerenden Stadtbränden, stummen Glocken und Killertomaten. Für einige war dann um fünf Uhr früh die lange Kirchennacht zu Ende, musste man doch für den nächtlichen Toilettengang durch die unheimliche Calwer Nacht rüber ins Mesnerhäusle laufen. Manch einer verkniff sich dies.

 

Nach Morgengebet und Frühstück war klar: Alle werden platzen vor Neid, wenn wir erzählen, was wir alles erlebt haben!

Kochtopfgucker: Dank an Elfriede Fischer

Kochtopfgucker: Dank an Elfriede Fischer

Elfriede Fischer war von Anfang an, seit 13 Jahren, bei den Kochtopfguckern dabei. Nun wechselte sie vom Kochtopf an den Esstisch. Die Kochtopfgucker bedankten sich beim letzten Mittagstisch am Dienstag, dem 21.2. für die Mitarbeit von Elfriede Fischer in den letzten Jahren. Dazu überreichten sie ein Geschenk für erholsame Stunden auf Balkonien und ein Fotobuch als kleine Erinnerung an das Miteinander und die gemeinsamen Erlebnisse. Pfarrer Dieter Raschko überreicht im Namen der Kirchengemeinde einen Blumenstrauß. Da Liebe durch den Magen geht, hat Elfriede Fischer bei jedem Mittagstisch die Liebe Gottes weitergegeben. Für die nächsten Jahre wünschen ihr die Redner viel Freude mit den Gästen beim Mittagstisch.

Deutsch-Italienisches Fest im Seniorenkreis

Adventsfeier mit "englischen" Bildern und großen und kleinen Engeln.

Schnappschüsse von der Adventsfeier im Haus der Kirche im Dezember 2011

Der Kirchengemeinderat und die Igelslocher Beschlüsse

Ein Arbeitsprogramm für die kommenden zwei Jahre.

Im November 2011 traf sich der Kirchengemeinderat zu einem Klausurtag in Igelsloch. Sieben Ziele wurden als „Igelslocher Beschlüsse“ formuliert. Sie sollen die Arbeit der nächsten zwei Jahre prägen.

 

  1. Die Stadtkirchengemeinde will eine einladende Gemeinde sein. Sie möchte offensiv auf Menschen zugehen und weit geöffnete Türen haben.
  2. Die Gottesdienste in der Stadtkirche sollen auch für gehbehinderte Menschen oder Menschen mit anderen Handicaps zugänglich werden.
  3. Im Jahr des Gottesdienstes 2012 soll nachgedacht werden über ansprechende Gottesdienstformen und neue Gottesdienstzeiten.

  4. Die kirchenmusikalische Arbeit soll als Schwerpunkt und Profil der Kirchengemeinde noch stärker herausgestellt werden.
  5. Unsere Kirche hat ein Gesicht. Den Menschen der Stadtkirchengemeinde soll ein Forum geboten werden, sich besser kennenzulernen und sich gegenseitig als Gemeinde wahrzunehmen. Dazu gehören Gemeindefeste und Feste für Mitarbeitende der Gemeinde.
  6. Die Stadtkirchengemeinde will als Kirche mitten in der Stadt in der Öffentlichkeit präsent sein und sich anbieten als sinnstiftende Kraft, die sich den Problemen der Menschen öffnet.

  7. Die Stadtkirchengemeinde will versuchen, den Familien in der Stadt geistliche Heimat zu sein. Dazu will man an Taufe und Konfirmation anknüpfen und den Kontakt mit den Kindergärten suchen.

Kein Haudrauf-König

Die Kirchenmäuse mit Julia Hartmann, Stafanie Blum, Linda Bühler (v. links)

Am vierten Advent wurde im Gottesdienst das Krippenspiel der Calwer Kirchenmäuse aufgeführt. 16 Kinder spielten die Ereignisse jener Heiligen Nacht nach, die die Welt veränderte.

 

Sie fragten sich: Wie stellt man es sich denn vor, wenn der König der Welt in den ganzen Schlamassel der Welt kommt?

 

„Das wird ein Spaß. Jetzt bekommen alle Menschen mal richtig die Meinung gesagt. Der Friede- Fürst wird ja wohl mal richtig aufräumen.“ So dachte sich’s der Krippenspiel-Engel.

Von wegen! Es war alles ganz anders!

 

Da kommt kein Dreinschlag- und Haudrauf-König. Ein Baby armer Leute. So fängt’s an mit dem Friedenskönig.

 

Und der  will sein Friedensreich nicht mit Prunk und Stärke und Streitmacht aufrichten. Er macht mit der „Methode Liebe“.

 

Und Maria sprach den entscheidenden Satz: Jeder Mensch, der sich auf den Weg zum Friede-Fürsten macht, der verändert sich.

 

Die vielen Mitfeiernden im Gottesdienst ließen sich berühren von dieser Geschichte.

Verabschiedung von Linda und Julia

Für die Kirchenmäuse war das Krippenspiel ein Höhepunkt im Kirchenmäuse-Kirchenjahr. Zugleich aber musste man wehmütig Abschied nehmen. Julia und Linda wurden im Gottesdienst verabschiedet. Sie werden die Verantwortung für die Kirchenmäuse abgeben. Anderes steht an, neue Lebensphasen. Julia muss in Tübingen ihr Studium intensivieren. Linda steht kurz vor dem Abitur.

 

Die beiden wurden herzlich verabschiedet. Sie bekamen zwei Kirchenmäuse-T-Shirt als Erinnerung. Alle Kirchenmäuse haben sich drauf verewigt.

 

Und dann sangen sie mit der ganzen Gemeinde noch das schönste Kirchenmäuselied: „Groß, größer, am größten bist du, wir preisen dich!“

 

Es klang fast ein bisschen nach Blues …

 

Entdeckertour durch die Stadtkirche

Auf Initiative des Kinderschutzbundes machten Stadtkirchenkantor Martin Hagner und Pfarrer Dieter Raschko einer Gruppe 9-12Jähriger ein faszinierendes Zeitgeschenk: Eine Entdeckertour durch die geheimsten Räume der Stadtkirche.

Mit Kompass, Rucksack und Proviant ausgerüstet ging es über steile Treppen, knirschende Stiegen und durch knarrende Türen hindurch zu ungewöhnlichen Orten über und unter dem Kirchenschiff.

Mit großen Schlüsseln wurde die Schatzkammer geöffnet. Die Glocken wurden besucht und bestaunt und mancher musste hoch oben über der Stadt die Höhenangst überwinden. Über dem Gewölbe des hohen Chorraumes in 20 Meter Höhe wurde biwakiert, bevor man sich auf die Suche machte nach den Tönen, die aus der Orgel kommen.

Ein anstrengender und spannender Nachmittag!

Abschied vom Andreähaus

Der Abschied vom Andreähaus als Gemeindehaus der evangelischen Stadtkirchengemeinde ist am Sonntag 27.02.2011 mit einem feierlichen Gottesdienst im großen Saal begangen worden. Hartmut Würfele hat dankenswerter Weise einen historischen Bericht über das Andreähaus geschrieben.

Download des Berichts

Investitur von Pfr. Dieter Raschko

Am 13. März 2011 wurde Pfarrer Dieter Raschko als neuer Pfarrer der Stadtkirchengemeinde investiert. Seine Familie und er wurden herzlich willkommen geheißen.

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