Unsere Stadt und ihre Geschichte

Anfänge

Die auf dem ehemaligen Schlossberg lebenden Calwer Grafen, ein einflussreiches fränkisches Adelsgeschlecht, gründeten einst das Kloster Hirsau und im 13. Jahrhundert die Stadt Calw. Aus dieser Zeit stammen die Fundamente einer ersten Kirche, auf denen man um 1430 die Stadtkirche errichtete. Ihr gotischer Chor ist noch erhalten. In jener Zeit kam Calw zum Herzogtum Württemberg. Mit der Reformation im Herzogtum wurde es 1534 evangelisch.

Reichtum und Elend in der Stadt

Die Calwer brachten es in der Folgezeit mit Tuchweberei, Färben und Verkauf dieser Tuche zu großem Wohlstand. Kriegsgeschehen bereitete dem ein jähes Ende: 1634 wurde die Stadt fast ganz niedergebrannt, Pest und Krieg rissen über die Hälfte der Einwohner ins Grab. Kaum neu aufgebaut, wurde Calw 1692, wie viele andere Städte unserer Region in jenen Jahren auch, durch die gefürchteten Truppen des französischen Generals Mélac erneut in Schutt und Asche gelegt. Noch einmal rappelten sich die Calwer auf und kamen mit Textilerzeugung, Gerberei und Holzhandel wieder zu Wohlstand. Calw wurde vorübergehend sogar zur reichsten Stadt im Großherzogtum Württemberg. 1850 lebten in Calw im engen Nagoldtal etwa 4500 meist evangelische Christen. Durch den Eisenbahnbau um 1870 zogen viele katholische Familien zu. Sie errichteten 1886 in der Bahnhofstraße ihr eigenes Gotteshaus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Mit der großen Völkerverschiebung nach dem 2. Weltkrieg kamen viele, aus ihrer ostdeutschen Heimat Vertriebene nach Calw. Auf dem Wimberg, wo seit langem einige Gehöfte standen und wo man schon vor dem Krieg eine kleine Siedlung errichtet hatte, wurden nun in großem Zug Häuser gebaut. Ein erster neuer Stadtteil war entstanden. Bald wohnten dort mehr als 1000 Menschen. Die Calwer Kirchengemeinde baute 1954 die Bergkirche, die 1955 eine selbständige Pfarrstelle erhielt. Damals wurden die Alzenberger, die vorher nach Altburg in die Kirche gingen, der neuen Bergkirche zugeordnet.

Ende der 1950er Jahre wurde Calw Garnisonsstadt und man brauchte Platz für Kasernen und Wohnungen für die Soldaten. Im weitläufigen Gewann Heumaden, bis dahin hauptsächlich Wiesen, entstand ab 1957 eine zweite neue Wohnsiedlung. Fünf Jahre später wohnten dort schon 1500 Menschen, und 1965 wurde die evangelische Versöhnungskirche eingeweiht. Im Jahr 1971 schließlich wurde die Kirchengemeinde Heumaden auch rechtlich gegründet.

Gegenwart

Unsere Gesamtkirchengemeinde besteht seitdem aus den drei Teilkirchengemeinden Calw, Wimberg und Heumaden. Heute sind wir zusammen rund 4300 Gemeindemitglieder, verteilt auf die drei etwa gleich großen Teilgemeinden. So bunt wie die Geschichte Calws und so vielfältig wie die Menschen dieser Stadt, so sind auch unsere Gemeinden.