Gemeindeausflug in die Reformationsstadt Augsburg
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Rathaus mit Rathausturm (links) freistehend nach italienischem Vorbild

Rathaus mit Rathausturm (links) freistehend nach italienischem Vorbild

Der Gemeindeausflug am 2. April 2017 führte in die Reformationsstadt Augsburg. In der Reformationszeit war Augsburg die drittgrößte Stadt des deutschen Reiches. Dort entschied sich durch mehrere Reichstage das Schicksal der evangelischen Bewegung. Den Abschluss bildete der Reichstag des Jahres 1555, der die allgemeine Anerkennung der evangelischen Konfession brachte und der zumindest für einige Jahrzehnte zum Frieden im damaligen „Heiligen Römischen Reich deutscher Nation“ führte. Als Begleiter des Tagesausflugs mit dabei war unser früherer Gemeindepfarrer Robert Stratmann. Der Ausflug führte uns zu allen wichtigen Plätzen früherer Geschehnisse.
 

Der Tag begann mit einem Besuch des Gottesdienstes in der Sankt-Anna-Kirche, der evangelischen Hauptkirche der Stadt, gehalten durch Stadtdekanin Susanne Kasch. Für viele unter uns, die mit dem Ablauf unseres württembergischen Gottesdienstes gut vertrauten waren, war dabei überraschend, wie anders der Ablauf der in Bayern üblichen evangelische Messe ist. Im Anschluss an den Gottesdienst gingen wir zum Königsplatz, auf dem uns Robert Stratmann sachkundig von der mittelalterlichen Bußpraxis und deren Missbrauch durch den Ablasshandel erzählte. Einfühlsam und detailreich schilderte er Luthers Gedankengänge.

Stankt-Anna-Kirche innen. <br>Nach dem Gottesdienst

Stankt-Anna-Kirche innen.
Nach dem Gottesdienst

Ehemalige Klostergebäude Sankt-Anna mit ökumenischer Tafel im Durchgang

Ehemalige Klostergebäude Sankt-Anna mit ökumenischer Tafel im Durchgang

Am Königsplatz. Pfarrer Stratmann erzählt von Luther

Am Königsplatz.
Pfarrer Stratmann erzählt von Luther

Nach dem Mittagessen folgte ein Rundgang durch die Stadt. Aufmerksam wurden die zahlreichen Gedenktafeln an den Gebäuden wahrgenommen. Vorbei am Stadtpalast der Fugger, in dem Martin Luther einst vom päpstlichen Gesandten Cajetan verhört worden war, führte der Rundgang in den Saal des beeindruckenden Rathauses, in dem der Friedens-Reichstag von 1555 einst stattgefunden hatte. Vom Rathaus aus ging es weiter in den Garten der bischöflichen Residenz. Im Residenzgebäude wurde im Jahr 1530 die „Confessio Augustana“ verlesen wurde. Dieses Bekenntnis ist bis heute das gemeinsame Grundbekenntnis aller lutherischen Kirchen weltweit. Die humorvoll-heitere Führung durch den Stadtführer Dr. Walentha sorgte die ganze Zeit über für viel Schmunzeln und Unterhaltung.

Am Fuggerpalast. Ort des Verhörs von Luther durch Cajetan 1518

Am Fuggerpalast. Ort des Verhörs von Luther durch Cajetan 1518

Auf dem Weg zum katholischen Bischofspalais

Auf dem Weg zum katholischen Bischofspalais

An der Gedenktafel zur Verlesung des Augsburger Bekenntnisses 1530

An der Gedenktafel zur Verlesung des Augsburger Bekenntnisses 1530

Auch die beeindruckende Architektur der Stadt kam nicht zu kurz. Nach den großen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde Augsburg mit viel architektonischem Gespür in historischem Gewand wieder aufgebaut, sodass die große Innenstadt bis heute einen beeindruckenden Anblick bietet. Ein Besuch der mittelalterlichen, so genannten „Fuggerstadt“, der weltweit ersten Sozialbausiedlung, rundete die Erkundung der Stadt ab.

Tor im Stadtpalast der Fugger

Tor im Stadtpalast der Fugger

Mittelalterliche Sozialsiedlung Fuggerstadt

In der mittelalterlichen Sozialsiedlung
Fuggerstadt

Blick in die Küche <br> einer Fuggerstadt-Wohnung

Blick in die Küche
einer Fuggerstadt-Wohnung

Als "Nebenprodukt" der Augsburgfahrt ist auch eine Beschreibung der Stadt Augsburg auf Schwäbisch entstanden, aus der Feder von Pfarrer Fetzer. Sie ist in reinem Hochschwäbisch formuliert. Mit ein bisschen Geduld und Übung lässt sie sich gut lesen, am besten laut vorlesen ...