Kunstwerk "Lichtstrahlen"
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Von außen gesehen scheint unsere Heumadener Versöhnungskirche nur aus Beton zu bestehen. Im Inneren dagegen erkennt man vor der Altar- wand ein großflächiges Kunstwerk. Es trägt den Titel „Lichtstrahlen“. Geschaffen hat es im Jahr 1990 der Künstler Egon Lusterer, ein Schüler des bekannten Kunstprofessors Rudolf Yelin. Vom höchsten Punkt des Kirchenschiffes aus fallen die Strahlen, herunter, und lenken den Blick auf Altar und Kanzel. Der damalige Pfarrer Robert Strat- mann (heute in Jungingen bei Ulm) berichtet: 

„Wenn ich mich recht entsinne, war es bereits im Jahr 1985, als ich zum ersten Mal mit dem damals bereits 83-jährigen Professor Rudolf Yelin zusammentraf, um mit ihm zu überlegen, welchen Weg wir für eine künstlerische Gestaltung der Altarwand einschlagen sollten. Gut eine halbe Stunde saßen wir in der Kirche, ließen den Raum auf uns wirken, dachten nach, tauschten unsere Gedanken aus.“ Pfarrer Stratmann war sich mit Professor Yelin einig: Es durfte auf keinen Fall ein Kunstwerk werden, das den Blick vom gekreuzigten Christus ablenken sollte; denn in einem jeden evangelischen Gottesdienst wird die Gegenwart Jesu Christi gefeiert. Nach diesem Gespräch gingen zunächst etliche Jahre ins Land, während derer manche Widerstände zu überwinden waren, nicht zuletzt der des ehemaligen Architekten der Kirche. Schließlich fand der Entwurf des Yelin-Schülers Egon Lusterer die nötige Zustimmung. Seitdem ziert sein Kunstwerk die Altarwand und findet bis heute allgemeine Anerkennung.

Unvoreingenommene Betrachter deuten das Kunstwerk auch schon mal mit dem Pfingstwunder und sehen an den Strahlen die „Tropfen des Heiligen Geistes“ hängen. Aber deren Zahl ist umstritten: Immer wieder diskutieren die Betrachterinnen und Betrachter über die richtige Zahl. Einige behaupten hartnäckig, es seien 37 Tropfen des Geistes, andere bestehen auf 40, was immerhin eine Heilige Zahl wäre. Aber ist das auch richtig? Sie dürfen gerne einmal bei uns vorbeikommen und ebenfalls zählen.

Aber in einem Punkt sind sich alle einig: Die nackte Betonwand ohne dieses Kunstwerk will niemand mehr wieder haben. Kruzifixus und Kunst- werk bilden ein überzeugendes Ensemble.

fe.