Lorch war eine Reise wert

Von der romanische Klosteranlage (erbaut 1139) waren alle beeindruckt. In der Hoch- und Glanzzeit des klösterlichen Lebens im 15. Jh. entstanden hier die prächtig illustrierten Lorcher Chorbücher, deren Nachbildungen wir bei unserer Führung bewundern konnten. Das Kloster diente als Grablege des Geschlechts der Staufer, die in der Zeit von 1150 - 1250 dem heutigen Europa ihren Stempel aufgedrückt haben. Szenen aus dem Leben dieses Adelsgeschlechts waren im beeindruckenden Rundbild von Hans Kloos, zu sehen. Es erzählt von den Anfängen auf dem Hohenstaufen über den Tod Barbarossas während seines 3. Kreuzzugs bis zur Hinrichtung des 16 jährigen Konradin, dem letzten Staufer, in Neapel. Auch das Leben der Irene von Byzans, (der Frau des jüngsten Sohns von Barbarossa) die bei der Geburt ihres 7. Kindes mit 28 Jahren auf dem Hohenstaufen starb und die Walther von der Vogelweide als „Rose ohne Dorn“ beschrieben hatte, wurde uns eindrücklich vorgestellt. Nach einem Vesper und einer stimmungsvollen Meditation in der Kirche mit einem gesungenen „Laudate omne gentes“ begann unsere Wanderung. Gleich vor dem Kloster steht ein nachgebauter römischer Wachturm und erinnert uns daran, dass hier der Limes durchführte. Zu unserem ursprünglichen Ziel, der Schelmenklinge mit ihren Wasserrädle, konnten wir nicht wandern, da zwei Tage zuvor riesige Regenmengen alle Wasserrädle weggeschwemmt und die Schlucht unpassierbar gemacht hatten. Die Innenstadt von Lorch wurde dabei auch überflutet. Als Alternative bot sich der gut geschotterte Weg zur Brucker Sägmühle an, aber der steile Hohlweg nach Bruck (130 Höhenmeter) stellte an uns Wanderer jedoch hohe Anforderungen, denn auch hier hatte das Wasser tiefe Gräben ausgewaschen und den Weg verschlammt. Der Aufstieg war daher äußerst beschwerlich, aber alle Teilnehmer kamen, zwar mit verdreckten Schuhen und Hosen, aber gesund und munter oben an. Im Kloster konnten wir uns bei Kaffee und Kuchen von den Strapazen erholen, bevor wir uns auf die Rückfahrt über Cannstatt nach Gärtringen machten.