Komturei Rohrdorf - Ruine Hohennagold - Staatklenge Nagold

Am Dienstag dem 07. Mai trafen sich über 30 Teilnehmer am Bahnhof Hirsau und am ZOB zur ersten Fahrt in diesem Jahr. Ziel war das Obere Nagoldtal, mit dem Beginn der Wanderung in Ebhausen. Dann kam eine kleine Überraschung. Auf den Infodisplays der Bahnhöfe stand, dass der vorgesehene Zug in Richtung Nagold ausfällt. Ohne sich groß von dieser nicht gerade guten Info beeindrucken zu lassen, machte sich die Teilnehmerschar am Hirsauer Bahnhof auf, das Gelände des Aureliusklosters mit dem Kräutergarten zu erkunden. Genau eine Stunde später als geplant, fuhr man dann mit der Kulturbahn in Richtung Nagold. Von der Haltestelle „Stadtmitte“ ging es über die Herrenberger Straße zum in der Stadtmitte gelegenen Busbahnhof, um eine Stunde später als geplant Richtung Rohrdorf /Ebhausen zu fahren. Wegen des angespannten Zeitplans wurde beschlossen, auf die Wanderstrecke Ebhausen nach Rohrdorf zu verzichten und direkt in Rohrdorf auszusteigen. Viele Teilnehmer kannten Rohrdorf bisher nur vom Durchfahren. Dass Rohrdorf mit der Komturei ein historisches Kleinod besitzt, war den meisten Teilnehmern nicht bekannt. Angebaut an die Komturei ist die zugehörige Kirche, die im Laufe der Jahrhunderte mit einer Zwischenwand in eine evangelische und katholische Kirche aufgeteilt wurde. Bürgermeister Flik führte die Gruppe dankenswerterweise durch das denkmalsgeschützte Gebäude und erläuterte mit großer Sachkunde die Geschichte der Komturei. Um 1300 fasste der Johanniterorden in Rohrdorf Fuß. Die Residenz der Johanniter war die Komturei. Der Komtur war ein adliger Ritter, zugleich geistlicher und weltlicher Herrscher in der Gemeinde. Die Komturei wurde vermutlich um ca. 1430 gebaut. Durch die in den Jahren 1987 bis 1990 durchgeführte grundlegende Renovierung mit teilweiser Rekonstruktion, konnte die wertvolle Bausubstanz erhalten werden. Das Gebäude wird seither als Rathaus genutzt. Der Rundgang durch die Komturei endete im Keller, einem sehr schön hergerichteten großen Gewölbekeller, versehen mit Bänken und Tischen. Ideal geeignet für die dann eingelegte Vesperpause. Dann ging es auf dem Gäurandweg weiter. Zuerst über „100 Stäffele“ und dann langsam ansteigend in Richtung der Burgruine Hohennagold. War es am Morgen noch wolkig, so zeigte sich im Laufe der Wanderung auch mal die Sonne. Von der Burg herab ergab sich ein sehr schöner Überblick über die Stadt Nagold, ins Walddachtal und in Richtung oberes und unteres Nagoldtal. Der Schlossbergabstieg nach Nagold ging sehr gut voran und so kam die Wandergruppe ohne Eile an der Staatsklenge an. Dort wurde vom Technischen Leiter der Staatsklenge Herr Ebinger ein interessanter Einblick in die Gewinnung von Samen heimischer Waldbäume geboten. Auch gab es interessante Ausführungen zu den mit dem Klimawandel verbundenen Auswirkungen auf die im Schwarzwald wachsenden Baumarten und die möglichen Alternativen. Zum Abschluss der Erkundung des „Oberen Nagoldtales“ ergab sich dann noch in der verkehrsberuhigten Nagolder Innenstadt genügend Zeit für Kaffee und Kuchen. Ab der Haltestelle „Stadtmitte“ fuhr man dann wieder Richtung Calw. An den Bahnhöfen Calw und Hirsau erinnerte man sich wieder an den morgendlichen Zugausfall. Mit der damit verbundenen verzögerten Abfahrt war die Tour jedoch um einen weiteren Punkt ereignisreich und eindrucksvoll.